Vor Kurzem haben wir eine neue Kaffeemaschine zum Testen erhalten, die Nescafé Dolce Gusto Neo. Natürlich war die Neugier gross, wie sie sich im Vergleich zu unserer bewährten Nespresso Vertuo schlagen würde.
Erster EindruckSchon beim Auspacken fiel mir auf, dass im Gegensatz zur Nespresso keine Probepads beigelegt sind. Das ist schade, denn gerade beim ersten Einschalten möchte man die Maschine sofort ausprobieren, ohne zuerst noch passende Kapseln oder Pads besorgen zu müssen. Auch die Bedienungsanleitung ist sehr knapp gehalten. Zum Glück bin ich technisch nicht ganz unerfahren, sonst wäre schon der Start zur Geduldsprobe geworden. Erste Tassen und EindrückeNachdem wir schliesslich die passenden Pads gefunden hatten, konnte das Testen beginnen. Die Bedienung ist, sobald man sie verstanden hat, erfreulich einfach. Besonders spannend ist, dass sich im Gegensatz zur Nespresso nun auch Milchgetränke, Tee oder heisse Schokolade zubereiten lassen. |
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Die heisse Schokolade schmeckt durchaus gut, erinnert geschmacklich jedoch etwas an die Automatengetränke aus Personalräumen oder Bahnhöfen. Zudem ist die Füllmenge recht knapp bemessen. Wer eine richtige Tasse trinken möchte, sollte gleich zwei Beutel verwenden.
Die Kaffees mit Milch hingegen überzeugen. Besonders der Cappuccino ist eine angenehme Abwechslung und schmeckt überraschend cremig.
Kleine Schwächen im Alltag
Nach einigen Tagen Testbetrieb begann die Anzeige plötzlich zu blinken, und die Maschine verweigerte den Dienst. Meine erste Vermutung war, dass der Padbehälter voll ist. Nur, wo um alles in der Welt befindet der sich? Erst nach längerer Internetrecherche wurde ich fündig. Dass eine so grundlegende Information nicht einmal in der Kurzanleitung erwähnt wird, ist für mich ein echtes No-Go.
Endgültiges Testurteil nach mehreren Wochen
Nach weiteren Tests mit verschiedenen Getränken kann ich nun ein abschliessendes Urteil abgeben. Generell sind die Portionen zu klein. Ein normaler Kaffee ist kaum mehr als ein doppelter Espresso. Für jemanden, der gerne eine ganze Tasse trinkt, ist das enttäuschend.
Eine Portion heisse Schokolade![]() |
Im Detail:
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Weitere Beobachtungen
Dass die Pads im selben Auffangbehälter wie das Spülwasser landen, ist zwar praktisch beim Entleeren, weil man sich nur um einen Behälter kümmern muss. Allerdings sind die Pads danach komplett nass und müssen rasch entsorgt werden, damit sie nicht zu schimmeln beginnen. Ärgerlich ist auch, wenn die Zubereitung einmal abgebrochen wird. Das Pad fällt dann unbenutzt ins Wasser und ist unbrauchbar. Bei der Nespresso kann ich eine unbenutzte Kapsel einfach wieder einsetzen, bei der Neo ist das nicht möglich. So habe ich bereits mehrere Pads verloren.
Auch preislich überzeugt das System nicht. Für eine ordentliche Tasse Kaffee braucht man zwei bis drei Pads, womit sich der vermeintliche Preisvorteil gegenüber der Nespresso schnell relativiert.
Hinzu kommt, dass die Neo-Pads derzeit nur in wenigen Geschäften erhältlich sind. Selbst in grossen Ketten wie Aldi findet man zwar Nescafé Dolce Gusto Produkte, jedoch ausschliesslich für das ältere Kapselsystem.
Thema App und Smart Home
Ein weiterer Punkt, der mir aufgefallen ist, betrifft die Steuerung per App. Ehrlich gesagt halte ich das für überflüssig. Erstens verbraucht jede App auf dem Mobiltelefon Strom, zweitens sammelt sie meist unnötig Daten. Was ich mir hingegen wünschen würde, wäre eine Integration in ein Smart Home System wie Home Assistant. Das wäre ein echter Mehrwert anstatt nur eine weitere App, die man kaum braucht.
Fazit
Die Nescafé Dolce Gusto Neo ist optisch ansprechend, einfach zu bedienen und bietet eine gewisse Getränkevielfalt. Doch die kleinen Portionen, der nasse Padbehälter, die begrenzte Verfügbarkeit der Pads und der vermeintliche Preisvorteil, der sich bei näherem Hinsehen in Luft auflöst, hinterlassen gemischte Gefühle.
Pluspunkte:
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einfache Bedienung
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gutes Design
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cremiger Cappuccino
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Auswahl an Milch- und Schokoladengetränken
Minuspunkte:
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sehr kleine Portionen
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keine Probepads im Lieferumfang
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schwache Anleitung
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nasse Pads im Auffangbehälter
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App ohne echten Nutzen
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derzeit geringe Verfügbarkeit der Produkte
Gesamturteil:
Eine interessante Maschine mit Potenzial, aber kein Ersatz für die Nespresso Vertuo. Für den gelegentlichen Milchkaffee oder eine heisse Schokolade ist sie in Ordnung, für den täglichen Kaffeegenuss bleibt die Vertuo klar mein Favorit.

